<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482</id><updated>2011-04-21T20:46:23.063-07:00</updated><title type='text'>European Scene</title><subtitle type='html'>Words and drawings from Brussels</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>18</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-116734416823853945</id><published>2006-12-28T14:13:00.000-08:00</published><updated>2006-12-28T14:21:12.723-08:00</updated><title type='text'>Das Wesentliche über Weihnachten</title><content type='html'>Astrid Silvia Grunert, 28.12.06&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es könnte sein, dass ich es eigentlich schon bin, bevor noch mein Zug den Bahnhof erreicht: Nach Hause gekommen. In meinem Kopf hat sich bereits das ganze Szenario eingestellt, das mich – mit leichten, doch verschmerzbaren Abwandlungen – erwarten wird: &lt;br /&gt;Der Weihnachtsbaum in der linken Ecke, zu voll geschmückt, denn wir haben zu viele Engel und Kugeln, seit ich denken kann. Darunter die Krippe, die muss ich noch aufbauen. Da warten sie auf mich, weil ich die Landschaft drum herum am besten hinbekomme. Die beiden großen Kisten stehen schon wartend auf der Seite, oben ein bisschen offen, weil man ja prüfen musste, ob es die richtigen waren, die man aus der Rumpelkammer holte. Plätzchen sind gebacken und liegen in den Dosen. Mindestens fünf Sorten, sonst ist ja nicht Weihnachten. Das Haus ist weit und kalt, auf den Fluren staut sich das Warten. Nur der Hund friert nicht, der hat ein dickes Fell. Klavierspielen müsste man auch einmal wieder versuchen. Weil doch Weihnachten nur einmal im Jahr ist, sich die Lieder nicht ändern und das Klavier sich doch auch einmal über Gesellschaft freut. Fast hatte ich vergessen, wie sich die Tasten anfühlen, bevor man sie anschlägt. Durchs Fenster zieht es ein bisschen, aber Schnee haben wir noch nicht. „Im Januar“, sagen die Leute. Im Dorf wissen sie, wann der Schnee kommt und sie irren sich nie, weil sie ihre Meinung zehnmal am Tag modellieren und anpassen. Irgendwann wird’s schon stimmen – und man hat wieder einmal recht gehabt. Die Nachbarn machen Feiermienen und stöhnen in der Erwartung, zu viel Essen zu müssen. Aber zum Supermarkt muss man trotzdem noch. Weil man ja nicht sicher weiß, ob man dieses Jahr über die Feiertage nicht doch noch einschneit – und dann ist man froh, wenn man über die Runden kommt. Ja ja, diese Feiertage. Man kann rein gar nichts dagegen machen. Irgendwie schaffen sie es dann doch alle sich einzubunkern, auch die Lahmen und Bettlägerigen. Dann ist der 24. da. Tagsüber geht es noch zu wie immer, nur mit gesteigerter Intensität. Am späten Nachmittag dann, heißt es auf einmal, man solle sich freuen. Weil vor 2000 Jahren Jesus geboren wurde. Die Leute nicken und sagen: Das muss wohl so sein. Manche gehen in die Kirche, weil sie es noch einmal genau wissen wollen. Danach essen sie Eiscreme und Nüsse, trinken Rotwein und singen „Stille Nacht“, weil ihnen nichts besseres einfällt. &lt;br /&gt;Am 25. wacht man auf und hat Magenbeschwerden. Wenn es einem dann nach der ersten Aspirin wieder besser zu gehen beginnt, dann kann man sich richtig freuen. Darüber, dass einem Weihnachten doch immer wieder hilft, sich aufs Wesentliche zu besinnen im Leben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-116734416823853945?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/116734416823853945/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=116734416823853945' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/116734416823853945'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/116734416823853945'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2006/12/das-wesentliche-ber-weihnachten.html' title='Das Wesentliche über Weihnachten'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-116161646391601753</id><published>2006-10-23T08:13:00.000-07:00</published><updated>2006-10-23T08:14:23.933-07:00</updated><title type='text'>Geschichte, Berlin und ich</title><content type='html'>Astrid Silvia Grunert, 22.10.06&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir haben uns durch Zufall wiedergetroffen, nach vielen Jahren. Drunten sind noch ein paar Lichter, die erst Straßen und dann bloße Linien schreiben. Stadt. Vororte. Take off am Flughafen Schönefeld. Ist das nun ein schönes Gefühl oder nicht? Eher ein unbestimmbares. Wir waren ja nie richtig zusammen und hatten nur auf Besuchen füreinander Zeit. Damals, als die Mauer noch stand und jetzt, da sie fort ist. 180 Euro hat der Flug gekostet – hin und zurück. Keine Kleinigkeit und doch machbar. Andere, deren Leben mehr in Berlin liegt als meins, geben das alle 2 Wochen aus oder fliegen im Dienst ihres Arbeitgebers. Ich fliege privat. Motiv: ungewiss, oder: multifunktional. Einen Freund besuchen, den es von Brüssel zum Prenzlauer Berg verschlagen hat; eine Freundin auf dem Weg nach Warschau treffen, meinen Opa sehen. Und dabei etwas zwischen den Zeilen lesen, das meine persönliche Geschichte und die Geschichte schlechthin ist bzw. macht. Es geht darum, Verbindungen zu suchen oder auch – gerade konträr – der Verbindungslosigkeit auf den Grund zu gehen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Samstagmittag spazieren wir dort entlang, wo noch ein Stück der Mauer steht, Oststrand. Im Sommer bauen sie hier Buden auf und Badestege. Wir haben den 21. Oktober und es sind auf dem seltsam brachigen Gelände nur ein paar untalentierte Jungsprayer unterwegs. Wir müssen uns an einem Zaun vorbeidrücken, ganz eng an der Mauer, und schaben dabei ein paar von den gewölbt aufbrechenden Graffiti-Schichten ab. Es ist windstill. Sie fallen leise zu Boden und, nahezu indifferent, geschichtslos. &lt;br /&gt;Ein paar struppige Blumen blühen noch. Weiter vorn lagert ein Zirkus. Das gestreifte Zeltdach drückt sich ins Brachland wie eine Nomadenbehausung. Die Nomaden scheinen gerade ausgegangen zu sein, auf jeden Fall lässt sich niemand blicken. Vielleicht sind sie auch weitergezogen und haben ihr Zelt stehen lassen. So etwas kommt wohl nicht oft vor – aber es kann passieren.&lt;br /&gt;Unter meinem rechten Fuß knackt es ganz leise, als ich auf einen abgefallenen Graffiti-Span trete. Ich schaue hinunter und denke mir: Das ist eigentlich Geschichte, muss ich es deshalb aufheben? So gesehen, ist überall Geschichte. Über den Großteil laufen wir drüber, wissen nichts davon oder haben es vergessen. Um einen kleinen Teil, der noch frisch ist oder erhaltenswert scheint, machen wir einen Bogen. Wir bringen ein Schild davor an wie vor einem Garagentor, bei dem man warnt: „frisch gestrichen!“ und treten in gebührenden Abstand zurück, um dem Blick aus der Distanz heraus die Gelegenheit zu geben, die Dimension des Geschehenen in sich aufzunehmen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geschichte ist immer vorbei. Das mag ich eigentlich nicht so besonders an ihr. Man kann sie anschauen, zurück um sie herumgehen, über sie diskutieren, aber man kann nicht sagen: das und das ist ein Projekt, ein Plan für die Geschichte. So könnte man eine Geschichte schreiben, die in die Zukunft geht. Kann man das tatsächlich nicht? Wahrscheinlich krankt es nur an unserem Geschichtsverständnis. Schriftsteller haben ja auch keine Mühe damit, Stories in die Zukunft hinein zu erfinden. Warum sollten wir im ganz normalen Leben, als ganz normale Bürger mit „Geschichtsbewusstsein“ das nicht auch können? „Geschichtsbewusstsein“ heißt, dass wir uns dieser als wichtig und unmittelbar in unser Hier und Jetzt hineinwirkenden vergangenen Tatsachen bewusst sind. Es könnte aber, darüber hinaus, auch bedeuten, dass wir die Tatsachen, die wir aus der Vergangenheit mit herübernehmen, für die Zukunft nutzbar machen. Im Sinne eines „proaktiven“ Geschichtsbewusstseins. Ich habe nie verstanden, warum man in der Schule Quellentexte analysierte, ohne sie in Bezug zur Gegenwart und zur Zukunft zu stellen. Wahrscheinlich fand ich deshalb den Geschichtsunterricht immer sehr schlecht, oder zumindest unvollständig. Es heißt doch immer, man solle „aus der Geschichte lernen“. Wie aber soll das gehen, wenn sie immer in die Schublade mit dem Label: „erwähnenswert, aber abgelaufen“ fällt? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich glaube, um beim Bild meines Berlinspaziergangs zu bleiben, dass wir immer noch zu viele Mauern zwischen der Geschichte, dem Jetzt und dem Morgen bauen. „Klare Linien ziehen“, nennt man das wohl. Ich finde es nicht immer richtig. Natürlich können wir nicht alle Stücke, die jemals in der Geschichte passiert sind, auflesen und mit uns herumtragen. Das wäre weder gut noch produktiv. Meiner Ansicht nach braucht Geschichte aber diesen zukunftsgerichteten Blick ganz dringend. Wenn man in literarischen Gattungen denkt, passt auf sie am besten das Genre der „Kurzgeschichte“. Ein paar Fakten spotlightartig herausgenommen und in einen Kontext gestellt. Ende offen. Das heißt, dass wir weiterdenken und – schreiben können, wenn wir wollen. Nach vorne wie nach hinten. Tatsachen, die passiert sind, sind immer auch ein Fundament für Neues. Es liegt vielfach an uns, wie wir die Kausalzusammenhänge in den Noch-nicht-geschehenen Raum hinein fortführen. Vergessen ist auch eine Form der Geschichtsschreibung. Ebenso wie Überbetonung. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist unsere Art, heute mit der Geschichte umzugehen, die die Geschichte von morgen schreibt. Natürlich ist es schwer zu sagen, wo Geschichte anfängt. Bei der Tür, die ich vor einer Sekunde hinter mir zugemacht habe? Oder bei meinen Memoiren? Das, was in unserem Geschichtsbewusstsein als „Geschichte“ verankert ist, ist immer Resultat eines Selektionsprozesses. Die hinter uns zufallende Tür verdient darin vielleicht keine Aufmerksamkeit, während der Stein im Schuh des Spitzenpolitikers darin Eingang findet. Die Medien, die Politiker, die Berater und Intellektuellen, die Wirtschaftsvertreter und Bildungsexperten wählen aus. Täglich. Bewusst oder unbewusst. Sie machen die Geschichte, manchmal in großen, sich überschlagenden Schritten, manchmal nahezu unbemerkt. Gelegentlich machen die Bürger massiv mit, wie beim Mauerfall, zum Beispiel. Oft aber sitzen sie nur daneben und haben keine Meinung. &lt;br /&gt;Oder sie sagen: „Geschichte, das interessiert mich nicht, das ist doch sowieso nur Schnee von gestern“. Ich wage zu behaupten, dass wir ein neues Geschichtsverständnis brauchen, auch und gerade im Hinblick auf Europa. Die Retrospektive funktioniert nicht mehr, wenn wir gemeinsam etwas weiterführen wollen, was unsere Großväter unter dem Eindruck des zweiten Weltkrieges und der wiedergefundenen, sich entwickelnden Einheit Europas mühsam und mit viel Enthusiasmus aufgebaut haben. Eigentlich liegt das Dilemma der jüngeren Generationen heute darin, dass sie glauben, keine Geschichte zu brauchen, um die Zukunft zu gestalten. Das jedoch ist ein Irrtum. Wir können nicht einfach von der einen Seite der Mauer zu anderen gehen. Es wäre zu einfach und es ist auf lange Frist nicht ersprießlich. Um zu vorwärts zu laufen, brauchen wir Fundamente, wenn’s sein muss auch mehrere über- und nebeneinander. &lt;br /&gt;Wir suchen eine Lücke in der Mauer, um wieder auf die andere Seite zu kommen, wo unser Auto parkt. „Da war immer ein Durchgang“ sagt mein Bekannter. Es ist zu. Wir laufen weiter, bis zum Nomadenzelt. Dort gibt es ein Gittertor, das auch verschlossen ist, allerdings klafft zwischen Tor und Boden ein recht breiter Spalt, wie ich finde. Ich habe keine Lust, den ganzen Weg durch die Sandsteppe, an den Sprayern vorbei zurückzuwandern. „Kommt“, sage ich „da passen wir durch!“ Ich lasse mich auf die Knie fallen, lege mich auf den Boden und robbe mich auf die andere Seit. Es geht ganz leicht. Als ich aufstehe, sehe ich allerdings, dass ich mir eine Schramme an der rechten Hand geholt habe. Und ein blaues Knie vielleicht auch. Es geht halt manchmal nicht ganz ohne. Ich wische mit dem Taschentuch das Blut ab und guckte zu, wie meine Freunde folgen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-116161646391601753?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/116161646391601753/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=116161646391601753' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/116161646391601753'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/116161646391601753'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2006/10/geschichte-berlin-und-ich.html' title='Geschichte, Berlin und ich'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-115911264911967241</id><published>2006-09-24T08:42:00.000-07:00</published><updated>2006-09-24T08:44:09.123-07:00</updated><title type='text'>People on your pictures</title><content type='html'>Haben Sie jemals über die Leute nachgedacht, die sich auf Ihren Fotos befinden (könnten)?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mich selbst? wollen Sie fragen. Meine Freunde? Meine Schwiegermutter?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stop, nein, die meine ich doch gar nicht. Die gehen mich gar nichts an. Sie gehören ja zu Ihrem Leben ohnehin dazu wie der Hut auf den Kopf einer englischen Lady beim Pferderennen in Ascot. Ich meine diejenigen Leute, die zufällig auf die Fotos geraten sind und nun dort eine seltsame Koexistenz mit Ihrer Schwiegermutter führen werden, auf ewig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie meinen, Ihre Schwiegermutter stört das nicht? Nein, von stören im eigentlichen Sinne kann auch keine Rede sein. Es ist nur, wie soll ich es sagen: Überschneidung von verschiedenen Lebenssphären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ist einmal das Leben Ihrer werten Frau Schwiegermutter, das Sie zur Genüge kennen. Sie hat viel Zeit und redet gern, habe ich recht? Außerdem trägt sie gerne lila Strickwesten, die ihr fast überhaupt nicht stehen, gegen die aber nie jemand aus ihrer Familie das Wort erhoben hat. Sie sind ein veräußerlichtes Charaktermerkmal geworden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was, Ihre Schwiegermutter trägt auch türkiese Strickpullover? Mir solls recht sein. Das gehört mehr oder weniger in dieselbe Kategorie. Aber sehen Sie, Sie verstehen mich doch: Die Welt Ihrer Schwiegermutter und Ihre eigene gehören zusammen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was aber ist mit den Leuten, die hinter dem Rücken Ihrer Schwiegermutter auf dem Foto gerade im Begriff sind, die Straße zu überqueren?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die waren zufällig da, sagen Sie. Und: bei so einer belebten Straße ist es schwierig einen Moment abzupassen, an dem keine Fremden durchs Bild laufen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gebe Ihnen recht. Ob Petersplatz oder Eiffelturm, immer hat man Mühe, so zu tun, als gehörten diese Dinge einzig in die eigene Sphäre hinein. Als sei man allein mit ihnen auf der Welt. Zwecks dieser paradoxen und an und für sich sinnlosen Vereinnahmung bekannter Kulturdenkmäler wartet mancher Tourist geduldig stundenlang auf dem "fremdenfeien" Blick auf die Fassade, vor der er seine Schwiegermutter in voller lila Schönheit zu postieren und den Moment einzufangen vermag. Es ist dies das bis zu einem gewissen Grad sicher gesunde und fürs Überleben wichtige Bestreben, die eigene Privatsphäre von der der anderen abzugrenzen. Es mögen da auf dem Petersplatz noch andere ältere Damen mit geschmacklosen und vorm Busen ausgebeulten lila Strickwesten herumlaufen, die Ihrem eigenen "Exemplar" durchaus nicht unähnlich sind - doch die brauchen Sie nicht zu interessieren. Ihr Fokus gilt Ihrer lila Schwiegermutter und gemeinsam geben Sie sich der Illusion hin, mit dem Petersdom und Ihrer Familie allein auf der Welt zu sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Lächeln der Schwiegermutter ist vom langen Warten auf die ungestörte Privataufnahme verzerrt wie ein Luft verlierender Ballon. Noch einmal lächeln, sagen Sie und drücken ab. Doch halt, was war das? Da liefen doch tatsächlich diese japanischen Touristen hinten durchs Bild! Was wollen die denn in Ihrem Leben, da haben die doch gar nichts zu suchen!&lt;br /&gt;Und doch befinden sie sich nun auf dem Foto mit Ihrer Schwiegermutter in unauflöslicher Symbiose verbunden. Hintergrundstatisten in dem von Ihnen inszenierten Schauspiel. Na gut, denken Sie, und vergessen die Sache.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manchmal schaut man sich gerne alte Fotos wieder an. Besonders an regnerischen Sonntagen. Man macht sich über die Mode von vor 10 Jahren lustig und amüsiert sich über gemeinsame Erinnerungen. Und - wenn man ganz viel Zeit hat - fällt der Blick auch auf jene Hintergrundstatisten, die artig durchs Bild huschen als seien sie dorthin bestellt worden. Die Japaner, die Sie niemals im eigentlichen Sinne getroffen haben. Und doch sind sie da, ihre Existenz ist auf diesem Petersplatzfoto mit Ihrer Schwiegermutter unauslöschlich dokumentiert. Das weiß-grüne Hütchen der älteren Japanerin, die dunkelblaue Regenjacke ihres Belgleiters, der Regenschirm hinterm Rücken des anderen Mannes, die Hand, die einen Fotoapparat hält, Augen, die Eindrücke suchen. Sie gucken sich die Leute näher an. Dieses Paar - sie dürften seit 30 Jahren verheiratet sein - mindestens. Auch wenn sie nicht hundertprozentig nebeneinander herlaufen. Aber sie haben denselben Gang und beider Rücken krümmt sich in fast haargenau demselben Winkel, so als trügen sie eine gemeinsame Vergangenheit auf ihren Schultern. Was sie wohl heute machen? Ob sie noch leben? Sie schienen damals schon recht betagt zu sein (obwohl man das bei Japanern manchmal nicht so genau feststellen kann). Es hätte ja sein können, dass man sich zufällig getroffen hätte, dort auf dem Petersplatz. Zum Beispiel in einem Café, auf einer Bank, beim Briefmarkenkaufen. Dann würde man heute sagen: Guck mal, das im Hintergrund sind unsere Freunde aus Tokyo. Sie schicken uns jedes Jahr zu Neujahr eine Ansichtskarte. Jetzt leben sie in einem Altenheim und reisen nicht mehr so viel. Nächsten Sommer werden wir sie besuchen. &lt;br /&gt;Statt dessen haben Sie keine anderen Worte für das japanische Paar im Hintergrund als: Das waren irgendwelche Touristen, die zufällig durchs Bild gelaufen sind. Sie sagen dies ohne eigentliches Bedauern, so, wie es eben ist. &lt;br /&gt;Doch wenn man sich mehr damit befasst, macht es einen nachdenklich. Das Leben, in dem einzelne Privatsphären wie transparente Kreise nebeneinanderliegen. Manchmal gibt es Überschneidungen, das nennt man dann Begegnungen. Die randlichste ist die Statistenrolle auf fremden Fotos. Es ist keine Begegnung im eigentlichen Sinne. Und doch gerät man dadurch, ohne es eigentlich zu wollen, ein ganz klein wenig in die Sphäre der unbekannten Mitmenschen, mit denen man einen Augenblick auf dem Petersplatz teilt, bevor jeder seine transparenten Kreise wieder säuberlich und separat mit sich nach Hause trägt. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Astrid Silvia Grunert&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-115911264911967241?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/115911264911967241/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=115911264911967241' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/115911264911967241'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/115911264911967241'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2006/09/people-on-your-pictures.html' title='People on your pictures'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-115911252114371982</id><published>2006-09-24T08:40:00.000-07:00</published><updated>2006-09-24T08:42:01.163-07:00</updated><title type='text'>Coming back to Vienna</title><content type='html'>Ich weiß nicht, ob es an Wien liegt oder an den Wienern - aber Freunde geworden sind wir nie so richtig. Nicht während des Jahres, das ich dort gelebt habe - dann schon eher aus der Distanz. Kann es dennoch sein, dass sich ein ganz unterschwelliges, zaghaftes Gefühl des Heimkommens einstellt, wenn ich heute dorthin zurückkehre? Es war ein Business-Meeting, kein Experiment. Wir sollten mit unserem Verbandspräsidenten über Conformity Assessment und Inspection sprechen - nicht über verflossene Verhältnisse und ambivalente Liebschaften. Aber man kann über eine Sache reden und über eine Sache nachdenken - manchmal zur selben Zeit.&lt;br /&gt;Es ist sicher auch eine (versteckte) Frage nach Heimat, nach Wurzeln. Manchmal hat man sie gern, manchmal weniger. Es gab Momente, in denen fand ich sie lästig. Als Teenager beim Sprachkurs in Cannes. Ich sagte meiner Schwester, wir müssten auf der Straße nur noch Französisch reden, damit keiner merken sollte, dass wir doch eigentlich aus Deutschland kamen. Die Arme verfügte erst über einen rudimentären Wortschatz und auch mein eigener war noch nicht allzu weit gediehen - ganz zu schweigen davon, dass wir aufgrund unseres Akzents sofort und unmissverständlich entlarvt worden wären -, aber wir spielten das Spiel "alte Wurzeln - neue Wurzeln" mit Passion und linguistischen Verstößen. Niemand sollte merken, dass unsere Wurzeln eigentlich woanders lagen als an dem Ort, durch dessen Straßen wir zu dem Zeitpunkt flanierten. Und auch heute habe ich noch manchmal diese Manie des "Dazugehörenwollens" in mir, die sich durch Verwurzeltsein mit dem umgebenden Ort auszeichnet und sich - nur auf den ersten Blick befremdlich - in einer Ignoranz desselben manifestiert. Bei näherem Hinsehen wird offenbar, dass diese Ignoranz nur aus einer sehr genauen Kenntnis zu resultieren vermag, nach dem Motto: das finde ich im Schlaf. &lt;br /&gt;Natürlich ist das widersinnig, denn man kann ja nicht automatisch überall dazugehören. Dazu reicht unsere Kapazität an Wurzelbildung einfach nicht aus. Es wird immer weiße Flecken im Beet unserer Baumkulturen geben. Und doch: die Sehnsucht bleibt. Wahrscheinlich hat es auch etwas mit unserem geheimen Wunsch nach Vollkommenheit zu tun - oder aber mit der schlichten Angst, sich allein und verloren zu fühlen. Der Mensch ist - auch in der Anonymität der Großstadtmenge - ein Herdentier. Ich suche die richtige Unterführung, um die Schnellstraße zu überqueren und laufe mit den anderen hastenden Leuten mit, weil ich instinktiv spüre, dass "man" das so machen muss. Nur wenn sich die Menge zum Hinaufgehen auf verschiedene Treppenaufgänge verteilt, bekomme ich Probleme. Welcher Teilherde soll ich folgen? Werden die einzelnen Trupps oben wieder zusammenstoßen oder haben sie am Ende gar unterschiedliche Ziele erkoren? In der Panik, "meine" Herde zu finden, versuche ich, mit den Augen den größten Trupp zu scannen. Meistens entscheidet man sich dann für die Mitte. In der Mitte fällt mangelnde Angepasstheit und Unsicherheit am wenigsten auf. &lt;br /&gt;Ich komme am Abend von Warschau in Wien an. Es regnet. Der Service bei Tyrolean Airlines war langsam und karg, inklusive 45 Minuten Verspätung. In Gedanken lege ich mir den leichten österreichischen Akzent zu, den ich über die Jahre geübt habe, und klettere hinter 20 anderen beanzugten Business-Leuten her aus der kleinen Maschine auf das Rollfeld von Schwechat. Der österreichische Geschäftsmann vor mir seufzt zu seinem Kollegen: "Endlich wieder daheim!" - ich weiß nicht, wo ich bin. Der Regen hat nachgelassen und liegt wie Nagellack auf dem Asphalt. Die Flugbahnbegrenzungslichter spiegeln sich in Ankünften und Abflügen. Bei der Kontrolle wollen sie meinen Pass nur ganz kurz sehen. "Na siehst du", sage ich mir "Die wissen schon, dass ich hier auch noch ein paar Wurzeln übrig habe." Ich schicke SMS an Freunde. Sie schreiben, dass es zu spät ist, mich zu treffen. Aber es ist dennoch gut zu wissen, dass sie da sind. Leute kennen ist wie Schnüre mit dem Ort knüpfen, an dem man sich befindet. Sie schaukeln vor meinem geistigen Auge und bringen meine Situation ein Stück weit der Aussage des österreichischen Geschäftsmannes nahe. Heimkommen.&lt;br /&gt;Ginge ich jetzt zu meiner alten Wohnung in der Hietzinger Steckhovengasse, so würde ich dort von meiner Freundin Manue gastfreundlich empfangen werden. Aber wäre das heimkommen? Heimkommen kann - gerade in unserer Zeit des schnellen Wandels und Umherziehens - auch in der Vergangenheit sein. Die Wurzeln bleiben in der Erinnerung als ein diffuses Gefühl des Dazugehörens, des "Ein-Nest-Hier-Habens", auch wenn letzteres bereits von einem anderen Vogel bezogen ist. Man hört oft, dass Leute zu dem Haus, in dem sie ihre Kindheit verbracht und das sie und ihre Familie dann aus irgendwelchen Gründen verlassen haben, zurückkehren. Davorstehen und das Nachhausekommen spüren - nach 30 Jahren. Auch wenn drinnen wildfremde Menschen leben. Wurzeln, scheint es, kann man konservieren und mit sich herumtragen über Jahrzehnte hinweg. Oft weiß man gar nicht, dass man sie noch bei sich trägt. Doch dann, wenn man wieder einem Ort gegenübersteht, an dem sie ausgesät wurden, kommen sie zurück in die Oberlfäche, legen sich einem um Hals und Nacken wie eine Umarmung, die immer noch gültig ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Astrid Silvia Grunert, September 2006&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-115911252114371982?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/115911252114371982/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=115911252114371982' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/115911252114371982'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/115911252114371982'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2006/09/coming-back-to-vienna.html' title='Coming back to Vienna'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-115459520086566218</id><published>2006-08-03T01:51:00.000-07:00</published><updated>2006-08-03T01:53:20.883-07:00</updated><title type='text'>Heimaturlaub</title><content type='html'>„Mama“ sagt das flämische Kind zu seiner Mutter, „wo fahren wir denn jetzt hin?“&lt;br /&gt;‚Nach Hause’ denkt die Mutter und sie sagt: „Nach Deutschland.“&lt;br /&gt;„Das ist, wo Oma und Opa wohnen?“ will das Kind wissen.&lt;br /&gt;„Ja“ sagt die Mutter.&lt;br /&gt;„Aber nicht die Oma und Opa von Papa?“&lt;br /&gt;„Nein, das ist etwas anderes.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zahllose Familien fahren Ende Juli in die Ferien, dorthin, wo sie meinen, Erholung zu finden. Ein nicht unbeträchtlicher Prozentsatz begibt sich sommers auf Wurzelsuche. Diesem letzteren Urlaubsvölkchen, das sich gerade in Brüssel auf eine stattliche Summe beläuft, wird in Medien und Statistiken jedoch selten gesondert Rechnung getragen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eurostat veröffentlichte jüngst eine Studie über die Urlaubsgewohnheiten der Europäer. Dabei fand man heraus, dass 57% der Reisen mit mindestens vier Übernachtungen im jeweiligen Wohnland getätigt werden. Mit 43% stellen die Reisen ins Ausland den kleineren Anteil dar. Von diesen Auslandsreisen werden etwa zwei Drittel in andere EU-Staaten unternommen. Eh voilà, wobei wir wieder beim Punkt wären In diesen zwei Dritteln Reisenden ins EU-Ausland sind auch jene Europäer enthalten, für die „nach Hause“ unter Umständen mehrere Bedeutungen hat. Belgien rangiert mit 79% an zweiter Stelle, der Länder mit den meisten Auslandsreisen (noch getoppt von Luxemburg, dessen Bewohner schon angesichts der Größe des Landes zum Verlassen desselben gezwungen sind). Die Belgier, so scheint es, reisen gern – und mit ihnen all jene, die weder Belgier sind, noch das, was sie einmal waren. So wie die Mutter und das Kind mit dem flämischen Namen, das so gut Deutsch spricht (aber eben nicht perfekt). Im EU-Umfeld hat sich ein ganz besonderer Urlaub entwickelt, der „Heimaturlaub“. Dabei geht es nicht darum, aus dem Gewohnten herauszukommen, Neues zu entdecken, sondern gerade, ehemals Gewohnten aufzufrischen und nicht zu vergessen. Dort, wo der pauschalreisende „Nur-Einländer“ auszieht, die Vorzüge der Dom.Rep. zu genießen, erfreut sich der Expat an der Idee an Althergebrachtes (wie ein kühles Radler in einem Biergarten unter Kastanien).&lt;br /&gt;Halt! Das gab es doch schon einmal! Richtig, die ganzen so genannten „Gastarbeiter“, die in der Nachkriegszeit in die nördlichen Industrieländer kamen und sommers die Koffer packten, um zu Marina nach Napoli zurückzukehren. All diese von der Migration Betroffenen hatten wie haben in der Ferienzeit das gleiche Ziel: Nach Haus. Freilich handelt es sich dabei um ein ephemeres Phänomen. Die italienischen und griechischen „Gastarbeiter“ von ehedem sind schon längst in Deutschland und anderswo sesshaft geworden und deren Nachkommen allenfalls noch am Namen von den „Schon-immer-Deutschen“ zu unterscheiden. Es scheint so, als könnten Wurzeln immer wieder von vorn anfangen von einer Generation auf die andere. Und doch bleibt da etwas, diffus, in der Rückhand. Das be(un)ruhigende Gefühl, überall und jederzeit neu anfangen zu können. &lt;br /&gt;Kurz und gut: Menschen, die (auch) nach Hause in Urlaub fahren, sehen die Dinge oft anders. Sie sehen sie „à l’envers“. Was nicht unbedingt schlecht ist.&lt;br /&gt;Ich wünscht mir eine Eurostat Studie über den Prozentsatz der im Urlaub „Nach-Hause-Fahrenden“. Es würde mich beruhigen zu sehen, wie viele außer mir einem Alternativ-Urlaubsmodell zur Dom.Rep. frönen. Es weckt die Hoffnung, dass Europa – im Ephemeren – eines Tages doch ganz selbstverständlich funktionieren kann, unter uns Bürgern.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-115459520086566218?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/115459520086566218/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=115459520086566218' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/115459520086566218'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/115459520086566218'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2006/08/heimaturlaub.html' title='Heimaturlaub'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-114959859252894559</id><published>2006-06-06T05:54:00.000-07:00</published><updated>2006-06-06T05:56:32.546-07:00</updated><title type='text'>Erinnerungskisten, Ausstellung quer durch Europa</title><content type='html'>Was ist Erinnerung? Schritte, die man gemacht hat und die nun hinter einem liegen. Wenn man sich umdreht, kann man manchmal noch ihre Umrisse erkennen im Staub, im Schlamm, im Schnee. Manchmal war die Straße aber auch zu trocken und man kann die Spurt nicht mehr sehen. Erinnerung fängt da an, wo die Spuren gut sichtbar und beinahe banal im Raumrückblick stehen. Und sie bewegt sich fort hin zu verwischteren Spuren, guckt unter eine Schneewehe und auf den Boden einer Wiese, wo die Wurzeln der Margariten beginnen. Bis sie schließlich auch solche Strecken erreicht, von denen wir keine Konturen mehr im Gepäck zu haben glaubten. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Goethe Institut Brüssel zeigte vom 22. bis 29. Mai die Ausstellung "Making Memories Matter - Erinnerungen Raum geben", ein Projekt des European Reminiscence Network. Pam Schweitzer ist auf die Idee gekommen, Erinnerungen von älteren Menschen in Kisten zu verpacken - und zu präsentieren. Über 100 Freiwillige haben so ihr Leben erzählt, mit einigen Dingen und Worten - kurz oder etwas länger, fröhlich oder nachdenklich, leicht oder philosophisch. In 6-wöchiger Zusammenarbeit haben die Menschen, die aus ihrem Leben erzählen wollten, mit der Unterstützung von Künstlern alte Munitionskisten ihres Landes mit dem gefüllt, was ihrer Meinung nach ihr Leben ausmacht(e). Die Ergebnisse waren in Kassel, Posen, Prag, Cluj-Napoca, Kotka, London, Barcelona, Berlin - und nun Brüssel - zu sehen. Die Initiatoren hoffen, dass die Kette der Präsentationsorte mit Hilfe der Kommission noch länger werden wird. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was die Memory-Kisten ausmacht, ist nicht ihre besonders hervorstechende Originalität oder dahinter stehende Berühmtheit. Das Leben "ganz normaler Menschen" illustrierend, stoßen sie eine Erinnerungskette quer durch Europa an, die vor Landesgrenzen nicht Halt macht. Individualität hinter und Verbindendes unter den Porträtierten fesseln gleichermaßen. Die Begleittexte, integraler Bestandteil der kleinen "Schaubühnen", wurden in die Sprachen aller ausstellenden Länder übersetzt, um dortigen Betrachtern die Möglichkeit der vollen Nachvollziehbarkeit in der Muttersprache zu ermöglichen. So lernten beispielsweise Menschen, die nie zuvor aus Rumänien herausgekommen waren, die Schicksale von Katalanen und Finnen kennen und mussten manchmal staunend feststellen, wie wenig sie sich unterscheiden. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Europa entsteht mit Hinblick auf die Zukunft. Dabei bildet jedoch die Vergangenheit das Fundament, das diese Zukunft stützt. "Making Memories Matter" zollt dieser Erkenntnis eindrucksvoll Rechnung. Nicht selten werden dabei eigene Erinnerungen lebendig. Als sie vor dem Kasten eines Schuhmachers aus Kassel stand, erzählt Dr. Eva Schulz-Jander, Bundesvorstand der Gesellschaft für Christliche-Jüdische Zusammenarbeit, habe sie auf einmal an die Lederwarenhandlung ihres Vaters denken müssen. Und sie sei immer tiefer in den Kasten hineingekrochen, der eigenen Geschichte auf der Spur. Europa bedeutet auch, sich auf die eigene Geschichte verlassen zu können, in ihr aufgehoben zu sein. 50 Jahre EU haben uns dafür einen schönen Hintergrund geschaffen. Die individuellen Geschichten müssen immer noch von (persönlicher) Hand geschrieben werden. Doch wenn sich 100 ältere Menschen in sieben Ländern Europas heute an ihre eigene Vergangenheit erinnern und daraus eine Wander-Ausstellung wird, dann ist das nebst aller organisatorischen Rafinesse auch ein Verdienst der EU als Staaten- und Lebensgemeinschaft. Deshalb wäre es umso erfreulicher, wenn sich die Kommission entschließen könnte, das Projekt weiter zu fördern. Europa braucht Projekte wie das Pam Schweitzers.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Besonders bemerkenswert fand ich, dass die ganzen Geschichten trotz mannigfacher Schicksalsschläge und Unglücke, nie ein Gefühl der Traurigkeit als Schlusspunkt setzten. Vielmehr habe ich Hoffnung gespürt und Zufriedenheit. Manchmal muss man gar nicht so viel aus der Geschichte lernen. Manchmal muss man sie nur bewahren. Vorsichtig wie ein Glas Wein, das man vom Büffet zum nächsten Tisch hinüberträgt und von dem man nicht auch nur einen einzigen Tropfen verschütten will. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weitere Informationen:  http://www.age-exchange.org.uk/makingmemoriesmatter/index.html&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-114959859252894559?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/114959859252894559/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=114959859252894559' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/114959859252894559'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/114959859252894559'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2006/06/erinnerungskisten-ausstellung-quer.html' title='Erinnerungskisten, Ausstellung quer durch Europa'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-114586833927230443</id><published>2006-04-24T01:44:00.000-07:00</published><updated>2006-04-24T01:45:39.286-07:00</updated><title type='text'>KUNST – HUND</title><content type='html'>„Das ist doch für die Katz!“ denkt der Hund, als er sich das Bild anschaut. Sein Herrchen ist mit interessierter Miene in die Farbkleckserei versunken. Er hat gelesen, dass der Künstler ein bekannter Newcomer ist, einer, der fast berühmt sein könnte. Also muss man das Bild mit Muße betrachten. Vielleicht hängt es eines Tages im Louvre? Ach nein, der ist ja schon voll. Dann im Centre Pompidou vielleicht? Auf jeden Fall geht es bei einer Vernissage darum, Kunstverstand auszustrahlen. Wenn man schon selber kein Künstler ist. Ein Künstler hingegen hat das Recht, gelangweilt und absolut desinteressiert zu erscheinen. So paradox es klingen mag. Künstler sind ja schon für das Schaffen von Kunst verantwortlich. Sie müssen nicht auch noch bewundern und interpretieren. Das tun andere. &lt;br /&gt;„Immer dieser Farbgestank!“ frustriert versucht der Hund, die Nase in eine andere Richtung zu drehen. Was ihm auch nicht viel Besserung einbringt, denn von drüben weht eine neue Farbfahne in seine Riechschneise. Dass diese Künstler nur immer so dick auftragen müssen. Sie meinen, davon wird ihre Kunst besser. Als ob Können von der Dicke der Farbschicht abhinge. Er hat mal eine Köchin gekannt, die spezialisiert war auf dicke Soßen. Trotzdem sagte man von ihr, dass sie eine schlechte Köchin wäre. Die dicken Soßen halfen ihrem Ruf bei Weitem nicht. Doch die dicken Ölfarben sollten es wohl tun?&lt;br /&gt;„Warum müssen die Leute sich nur so grässlich anziehen?“ der Hund beguckt die hochkarätigen Schuhe in Türkies, unter denen ein schwarz-weiß gestreifter Absatz hervorguckt. Die Berührung mit Kunst scheint zu bewirken, dass man aus dem Rahmen fallen möchte. Komisch eigentlich, wo doch Kunst im Grunde genommen gerahmt an die Wand gehört. Vielleicht ist das das tiefe, innere Wesen der Kunst, das der Hund noch nicht begriffen hat. Der Konflikt zwischen Rahmung und Entgrenzung. Doch trotzdem sind die Vernissagen am Ende alle gleich. Die Rahmen. Die Installationen. Die Räume mit ihrer Neonbeleuchtung. Die kleinen Preisschildchen und der lauwarme Orangensaft. Das heißt, nach allen Regeln der Kunst aus dem Rahmen zu fallen. &lt;br /&gt;„Ist das ein Gesicht?“ fragt sich der Hund unverblümt. Man könnte es auch für eine faulige Kartoffel halten. Der Farbe und Form nach zu urteilen. Vom Geruch ganz zu schweigen. Es müssen, zusätzlich zur Ölfarbe, Naturmaterialien mit im Spiel sein. Die faulige Kartoffel ist ein bisschen zur Seite gedreht, als würde sie in die rechte hintere Ecke gucken. Wo gar nichts ist. Blöde Kartoffel. Es stimmt wohl schon, dass Gemüse ein bisschen dumm ist. Deshalb landet es ja auch im Kochtopf. Oder, in Ausnahmefällen, auf der Leinwand. Er bekommt eine Ecke des Titels zu lesen: meine Geliebte beim Morgenkaffee. Ach, du liebe Güte, der arme Mann muss blind gewesen sein. Oder das Verhältnis war zum Zeitpunkt der Entstehung des Bildes schon grundweg zerrüttet. Wer verliebt sich schon in eine faulige Kartoffel? Nun ja, die Geschmäcker sind verschieden.&lt;br /&gt;„1200 Euro!“ der Hund findet das unerhört. Auf dem Bild ist, genau genommen, gar nichts zu sehen. Es ist ein Foto, das sich in schwarzen und weißen Punkten aufzulösen droht. Angeblich ist die Technik ganz schwer umzusetzen. Man muss die Fotopunkte ganz vorsichtig auseinanderziehen, damit sie einzeln sichtbar werden. Aber was ist das Interesse daran, einzelne Punkte zu isolieren? Sollte nicht umgekehrt, aus Punkten ein Gesamtwerk entstehen? So wie beim Pointillismus? Eigentlich hat er den Pointillismus Signacs nie so besonders gemocht, davon bekommt man Augenschmerzen, aber gegen diese Fotopunktequälerei ... Er hat immer gedacht, Fotos seien zum Abbilden der Realität erfunden worden. Das scheint hier aber gar keine Rolle zu spielen. So kann man sich täuschen.&lt;br /&gt;„Ah, nein ...“ der Hund schüttelt sich, dass Tröpfchen aus seinem Fell überall hin fliegen. Jemand hat einen Pappbecher mit süßlichem Sekt, in dem fast kein Leben mehr ist, umgestoßen. Das klebrige Zeug läuft ihm in die Ohren. Was man nicht alles aushalten muss im Namen der Kunst. Herrchen beugt sich zu ihm herunter und wischt mit dem Taschentuch über seinen Rücken. So, nun geht’s wieder, scheint sein Blick zu sagen. Nein, es geht nicht! Immer diese Spaziergänge in blöden Galerien, in denen es so langweilig ist wie in einer leergeräumten Wohnung. Der einzige Zeitvertreib besteht darin abzuwägen, mit welchem Fuß man beginnen soll, von einem Fuß auf den anderen zu treten. Das Fell klebt immer noch. Barbaren!&lt;br /&gt;Grüß dich, schön, dass wir uns wieder einmal sehen! Herrchen und die unkonventionelle Bekannte tauschen einen Haufen Küsschen aus. Ach, und der süße Kleine ist auch dabei! Sie beugt sich hinunter, um das Fell des Hundes zu streicheln, zieht die Hand aber schnell wieder zurück, als sie ins klebrige Terrain gerät. War er wieder mal nicht artig und hat sich nicht waschen lassen? Scherzt sie. Haha, der Hund kurrt im Geiste. Das muss man sich anhören, wenn man Events der Sorte jahrein jahraus mit stoischer Ruhe erträgt. Sollen die doch ihren blöden Sekt trinken, anstatt ihn über völlig normale, ungehemmte und mit ihrem Leben zufriedene Hunde zu kippen. Vielleicht gehört das auch mit zur Inszenierung? Der Hund hat manchmal den Verdacht, dass das Drumherum mindestens ebenso wichtig ist wie das An-den-Wänden-Hängende. Bei deiner Ausstellung gibt es immer mehrere Ebenen, so viel hat er begriffen. Die Kunstwerke werden erst zu Kunstwerken durch den Zustrom der kunstwerk-sehen-wollenden Besucher. Wenn man einen Apfel in einen Raum legte, das Ganze Galerie nennen und Einladungen zur Vernissage verschicken würde, käme unter den Blicken der Eingeladenen doch tatsächlich ein Kunstwerk dabei heraus. Oder etwa nicht?&lt;br /&gt;„Ganz und gar verrückt. Doch so begabt!“ Die Rede ist von einem jungen Künstler, den Herrchens Bekannte neulich bei einer semi-offiziellen Keller-Vernissage kennen gelernt hat. Es war ein VIP-Event, halt nur für Eingeweihte. Ohne persönliche Kontakte läuft da nichts. Zum Glück hat X mich mit auf die Einaldung genommen. Was bin ich ihm dankbar dafür! So ein interessanter Abend. Und der junge Mann ... nun ja, ganz und gar unkonventionell für einen Künstler. Kam in Anzug und Krawatte daher. Man hätte ihn beinahe für einen Beamten halten können! Und er malt so ausdrucksstarke Karteikästen! Was er alles in die viereckigen Form legt, an Ungergründlichem meine ich. Man fragt sich unwillkürlich, was hinter der Fassade steckt. Karteikarten? Vermutet der Hund. Herrchen betrachtet hingerissen den reichlich dekolltierten Ausschnitt der Dame. Sie hat so gar nichts von einer fauligen Kartoffel an sich. Ob sie jemals die Chance hat, die Geliebte eines Künstlers zu werden?&lt;br /&gt;Irgendwo klingelt ein Handy. Ja Schätzchen, du glaubst es nicht, es lohnt sich wirklich herzukommen. So viele interessante Bilder ... beinahe hätte sie „Leute“ gesagt, die Person. Wie um ihr Interesse zu demonstrieren, geht die Telefonierende mit der Nasenspitze zum Angriff auf ein besonders scheußliches Gemälde aus zementfarbenen Röhren über. Ach, es sind ja so viele tolle Dinge hier zu entdecken, flötet sie und schielt dabei rechts zu Hunds Herrchen hinüber, der den Ausschnitt der Bekannten einen Augenblick freigibt und der Telefonierfrau einen Lächelblick hinüberschickt. So ein Theater, denkt der Hund. Theater, das ist ja eigentlich wohl auch Kunst. Also passt es vielleicht alles letztendlich ganz gut zusammen? Die grauen Röhren riechen zum Glück nicht nach Abfluss. Das ist das Gute an Theaterkulissen. Sie nehmen von der Wirklichkeit nur die Stücke, die sie brauchen. Der Rest ist Pappmaché. Oder Einbildung.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-114586833927230443?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/114586833927230443/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=114586833927230443' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/114586833927230443'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/114586833927230443'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2006/04/kunst-hund_114586833927230443.html' title='KUNST – HUND'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-113803304935650861</id><published>2006-01-23T08:16:00.000-08:00</published><updated>2006-01-23T08:17:29.556-08:00</updated><title type='text'>Mon beau sapin, 04.01.2006</title><content type='html'>Ces jours-ci, des milliers de sapins de Noël perdent leurs aiguilles sur les trottoirs de Bruxelles et d’autres capitales européennes. Les passants leur accordent un regard rapide au mieux et procèdent à l’accomplissement de leurs bonnes résolutions pour la nouvelle année. Seuls les chiens exultent de joie face à la multiplication miraculeuse d’arbres dans leur quartier. Sans commentaire.&lt;br /&gt;Avant que ne vienne le service de ramassage des ordures, voici quelques chiffres concernant le commerce de Noël vu d’une perspective européenne.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aiguilles en plastique et aiguilles naturelles&lt;br /&gt;Concernant les arbres de Noël naturels, l’UE vit principalement dans l’autarcie.&lt;br /&gt;Les arbres vagabondant sur les trottoirs de nos villes proviennent surtout du Danemark, avec 44 millions d’euros le plus gros exportateur intra-EU d’arbres de Noël (80% des arbres de Noël naturels importés). Il est suivi – quelle surprise – de la Belgique avec 5 millions d’euros. Les Allemands sont les plus grands amateurs d’arbres naturels. Avec 26 millions d’euros, l’Allemagne est le plus grand importateur intra-UE25 d’arbres de Noël naturels. C’est logique en quelque sorte, car la tradition de l’arbre décoré de bougies et de boules brillantes a son origine dans ce pays (jadis) riche en bois. &lt;br /&gt;Les Anglais, eux, préfèrent – au moins statistiquement – des arbres de Noël plus durables. Le Royaume-Uni est en tête des importateurs d’articles de Noël, dont des arbres artificiels (167 millions d’euros). La Chine relève le défi des longs trajets de transport en exportant des arbres de Noël artificiels. Avec succès. En 2004, l’UE25 a importé pour 600 millions d’euros d’articles de Noël (décorations et arbres artificiels), avant tout en provenance de la Chine. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Et pour trinquer …&lt;br /&gt;En Europe, on trinque surtout avec du vin mousseux provenant de France. Avec 1120 millions d’euros en 2004, soit 73% des exportations intra-UE, la France est le plus grand exportateur de vins mousseux intra-UE. Il paraît que l’alcool fait oublier les disputes acharnées sur les dossiers de la PAC et du rabais britannique : Le Royaume-Uni dépense 500 millions d’euros pour savourer les bulles pétillantes « made in France », beaucoup plus que les autres pays (l’Allemagne vient en deuxième position, avec 310 d’euros seulement). Quel bel exemple d’entente entre les peuples ! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Le commerce de Noël permet de très grands espoirs. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Pour obtenir plus d’informations et de chiffres à ce sujet, veuillez consulter le communiqué de presse d’Eurostat : &lt;br /&gt;http://europa.eu.int/rapid/pressReleasesAction.do?reference=STAT/05/166&amp;type=HTML&amp;aged=0&amp;language=FR&amp;guiLanguage=en&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-113803304935650861?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/113803304935650861/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=113803304935650861' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113803304935650861'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113803304935650861'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2006/01/mon-beau-sapin-04012006.html' title='Mon beau sapin, 04.01.2006'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-113705595432057200</id><published>2006-01-12T00:49:00.000-08:00</published><updated>2006-01-12T00:52:34.323-08:00</updated><title type='text'>Denkpause oder Dornröschenschlaf, Dezember 05</title><content type='html'>Das Jahr neigt sich dem Ende  und mit ihm die Diskussion über eine EU-Verfassung ? Mitnichten. „Denkpause“ nennen es die einen, ganz diplomatisch. „Dornröschenschlaf“ spötteln die anderen. Derweil wurschtelt sich Europa immer noch nackt und bloß, bar jeder Verfassung durchs Leben, von der mancher hoffte, sie könne endlich das bitter nötige Wir-Gefühl bringen. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kann man im Europa des NON Français und des NEE der Niederländer überhaupt noch von hehrner, übergeordneter Einigkeit träumen? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man kann. Der Traum, den man heute von Europa haben kann, ist ein durchaus realitätsgebundener, der in kleinen Schritten seinen Weg in den Alltag bahnt. Der Verfassungsentwurf, so wie er Franzosen und Niederländern präsentiert wurde, mag überdacht werden müssen. Gescheitert ist er jedoch (noch) nicht. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denkpause’ oder Dornröschenschlaf’? Im Grunde ist dies einerlei, implizieren doch beide Termini ein Wiedererwachen’, eine Wiederaufnahme des unterbrochenen Unterfangens. Die Begriffe sind also demnach durchaus positiv besetzt. Und das sollte das europäische Unternehmen auch sein. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das europäische Verfassungsprojekt stand allerdings nicht auf der Arbeits-Agenda für den vergangenen Europäischen Rat. Da machte man sich hauptsächlich über das Budget Gedanken: Frankreich wollte an die für es durchaus profitablen GAP-Regelung nicht rühren, Großbritannien klammerte sich an seinen Rabatt, doch gemeinsam, so hieß es, wollte man signifikante Einsparungen erzielen. Na bitte, wenn das kein Stoff ist, aus dem die Träume sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kürzungen beruhigen das öffentliche Gewissen im jeweiligen Mitgliedsstaat nur dann ungemein, sofern sie die Ausgaben- und nicht die Einnahmenseite betreffen. Tony Blair arbeitete - Vermutungen zufolge - letzthin an einem geschickten Schachzug, um innenpolitisch von seiner Position zu retten was zu retten ist. Nach dem Prinzip blame the others hat er einen budgetären Neuordnungs-Vorschlag unter dem schönen Titel „A Vision for the Common Agricultural Policy“ initiiert, der gemeinhin auf Ablehnung stieß. Mr Blair nahm’s zur Kenntnis und zuckte die Schultern. Schließlich ist es nicht seine Schuld, wenn die vom Kontinent’ so wenig kompromissbereit sind. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und die Verfassung, die uns nun endlich verpflichten soll, mit einer Stimme zu sprechen? Auf die (verinnerlichte) Schockpause nach den gescheiterten Referenda folgt die expressive Denkpause, von der Kommission am 13.10.2005 als Plan D (wie Demokratie, Dialog und Diskussion) gestartet. Plan D soll eine DIAGNOSE erstellen, wie es um Europa bestellt ist und welches Medikament gemeinhin zur künftigen Stärkung gewünscht ist. Margot Wallström, Vizepräsidentin der Kommission und zuständig für institutionelle Fragen und Kommunikation, kommentierte: „Ziel von Plan B ist es, die Union demokratischer zu machen, eine breite öffentliche Debatte anzustoßen und einen neuen Konsens über die künftige Marschroute der Union herbeizuführen. Jetzt müssen die Mitgliedstaaten diesem Prozess zum Durchbruch verhelfen. Ich appelliere daher heute an die Regierungen der Mitgliedsstaaten, die Gelegenheit zu ergreifen und die Debatte anzustoßen und als Motor für den Wandel in Europa zu fungieren.“ Begriffe wie „breite öffentliche Debatte“, „Länderdebatten“, „Förderung der Transparenz“, „Bürgernähe“ sollen Öl auf die Wogen der aufgebrachten EU-Bevölkerung gießen. Aber  ist diese Bevölkerung überhaupt aufgebracht und nicht eher in fundamentalem Unverständnis gefangen? Ein Verfassungsentwurf von rund 600 Seite überfordert selbst EU-Experten und schürt in den MS das Bild vom Bürokratie-Monster EU’, welches vom Durchschnittsbürger gar nicht erst verstanden werden will. Die MS debattieren nun eifrig und mit Unterstützung der Kommission über die Zukunft der Union. Dabei überrascht’ die Kommission mit gezielten Initiativen: umfangreiches Besuchsprogramm der Kommissionsmitglieder in den MS, Unterstützung von europäischen Bürgerprojekten, Förderung der Transparenz von Ratssitzungen, stärkere Präsenz der Kommissionsmitglieder in den nationalen Parlamenten, Einrichtung eines Netzwerks von „europäischen Goodwill-Botschaftern“, Maßnahmen zur Steigerung der Wahlbeteiligung … Diese Maßnahmen, so heißt es in einer Pressemitteilung der Kommission vom 13.10.2005, „werden sich über die gesamte Amtszeit der Barroso-Kommission und darüber hinaus erstrecken“. &lt;br /&gt;Ja und? Ça va de soi, non? Die vorgeschlagenen Initiativen klingen gut, sollten aber eigentlich längst integraler Bestandteil einer funktionierenden EU sein. Man darf gespannt sein, was auf der für Mai 2006 anberaumten europäischen Konferenz zur Zukunft Europas zutage kommt. Dem ER unter österreichischer Präsidentschaft kommt es im Juni 2006 zu, eine Zusammenfassung der Ergebnisse der nationalen Debatten zu erstellen und auf eine konkrete Roadmap für die Zukunft Europas hinzuarbeiten. Ob an deren Ende ein europäischer Verfassungsvertrag steht  who knows? Ein NGO-Vertreter bemerkte neulich bei einer Debatte sinngemäß: Seit 20 Jahren bastelt Europa an so etwas wie einer europäischen Verfassung herum. Vielleicht braucht es einfach noch einmal 20 Jahre, bis sie auf den Tisch kommt? Im Falle des Türkeibeitritts haben schließlich viele auch kein Problem damit, auf der „Ergebnisoffenheit“ der Verhandlungen zu bestehen. Aber, wie auch im Falle der Türkei immer wieder betont: Der Beitritt (respektive die Annahme einer Verfassung) ist das Ziel. Oder etwa nicht?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unterdessen erlaubt sich Europa, ein bisschen zu träumen. Angesichts von Weihnachten, der Bastion des Wir-Gefühls, schmelzen Nationalismen und Antipathien dahin. Ganz Euro-Brüssel packt seine Koffer, um in sein/ihr jeweiliges Herkunftsland zurückzukehren. Und um - ein Vorschlag - ganz subtil an den nationalen Debatten mitzuwirken. Europäische Goodwill-Botschafter sollten wir hier in Brüssel doch eigentlich alle sein.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-113705595432057200?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/113705595432057200/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=113705595432057200' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113705595432057200'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113705595432057200'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2006/01/denkpause-oder-dornrschenschlaf.html' title='Denkpause oder Dornröschenschlaf, Dezember 05'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-113705570827109265</id><published>2006-01-12T00:48:00.000-08:00</published><updated>2006-01-12T00:48:28.306-08:00</updated><title type='text'>European Scene</title><content type='html'>&lt;a href="http://european-scene.blogspot.com/"&gt;European Scene&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-113705570827109265?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/113705570827109265/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=113705570827109265' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113705570827109265'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113705570827109265'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2006/01/european-scene.html' title='European Scene'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-113500428422568988</id><published>2005-12-19T06:56:00.000-08:00</published><updated>2005-12-19T06:58:04.240-08:00</updated><title type='text'>Vernissage</title><content type='html'>Es regnet draußen. Ein feiner Regen, der durchaus noch steigerungsfähig ist. Was tut man an einem Abend wie diesem im Dezember? Man könnte natürlich ganz einfach zu Hause bleiben und die Bilder betrachten, die der Fernseher zu bieten hat. Man könnte aber auch eine Vernissage im schicken Brüsseler Conrad Hotel besuchen. Und ganz nebenbei  abgesehen vom Kunstgenuss  gleich noch ein bisschen Gesellschaftsstudien betreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alors, c’est parti …Warten vor dem Hotel, das im Kunstlicht noch um eine Vieles weißer und strahlender aussieht als an schmutzigen, grauen Brüsseler Tagen. Wohl platzierte Scheinwerfer rufen genau den Effekt hervor, der hart an der Grenze zur (gewünschten) Illusion kratzt. Man sollte das Conrad, sofern man etwas von Perfektionismus hält, nur am Abend nach Einbruch der Dunkelheit aufsuchen. Tagsüber besteht die Gefahr, dass man es mitsamt seiner geballten Wichtigkeit übersieht. Das Weiß der Fassade macht Disney Konkurrenz; die Leute, die davor aus schweren Autos steigen, nicht minder. Alles wirkt ein ganz kleines bisschen überzeichnet, so, als hätte jemand mit dem Stift noch ein wenig nachgeholfen. Dezent, versteht sich. Aus einem Audi springt ein junges Mädchen im Designer-Outfit, dessen Wert man erst auf den zweiten Blick erkennt. Sie schwenkt den Schlüssel lässig und vertraut den Wagen dem bizarr kostümierten Pagen an. Ein junger Mann und ein unscheinbares zweites Mädchen kriechen, ebenfalls um Lässigkeit bemüht, vom Beifahrer- und vom Rücksitz. Das zweite Mädchen macht eine verwirrte Bewegung zu seiner nicht vorhandenen Frisur. Der junge Mann ist bemüht, so zu tun, als ginge ihn das alles nichts an. Sie stolzieren durch den Eingangsbereich, derweil der Page den Wagen parkt. &lt;br /&gt;Im Innenhof herrscht bereits lohnender Andrang. Lohnend für den Galerie-Staff, der verkaufen will und lohnend für den Besucher, der gesehen werden will. Eine Vernissage wirft so unweigerlich die Frage der BETRACHTUNG auf. Wer betrachtet wen, wer betrachtet was? Eine Betrachtung von Kunstwerken in Öffentlichkeit ist gleichzeitig vielfach eine Zurschaustellung der eigenen Erscheinung (nicht der eigenen Persönlichkeit, denn die kann von der äußeren Erscheinung durchaus verschieden sein). Der Besucher einer Vernissage oder Ausstellung kommt mit dem Vorsatz des Betrachtens. Dieses wird ihm in dieser ausgewählten Zeitspanne zur obersten Priorität und dehnt sich über die Oeuvres d’art hinaus auch auf die nähere unmittelbare Umgebung aus. Nach dem Motto: Wenn man doch schon einmal beim Betrachten ist … Das legitime Betrachten der Kunstwerke gibt gleichzeitig dem verhohlenen oder unverhohlenen Betrachten der Mitmenschen eine gewisse Legitimität. Das Kunstwerk auf Geist und Augen wirken lassend, kann man dem Blick durchaus gewisse Sidesteps erlauben. Böse Zungen behaupten, dass manch einer nur wegen dieser Seitenblicke  wegen dieses gesellschaftlichen Sehens und Gesehenwerdens - zum Vernissage-Besucher wird. Kein Kommentar. Nur so viel: &lt;br /&gt;Der Erwerb eines 2700 Euro teuren Fotos hat vor Publikum eine durchaus größere Wirkung als ohne. Er platziert einen in einer angemessenen gesellschaftliche Sphäre. Die Präsenz der Anderen ist wie ein stummes Kopfnicken: Der oder die hat es geschafft. Und das Bild? Ist eigentlich einerlei. Ich wage zu behaupten, dass Geschmack relativ ist, sofern er einen statusgemäßen Preis und Berühmtheitsgrad hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damen in Pelzmänteln schieben sich vorbei. Ihre Gesichter wirken ungefähr so leblos wie das Fell, in dem einmal Tiere gesteckt haben. An dünnen, faltigen Hälsen hält sich Goldschmuck fest. Das Schöne und das Unschöne sind oft ganz nahe beieinander. In der Zusammenschau ergeben sie ein Moment der Skurrilität, das beinahe bedauernswert wirkt. Herren in gepflegten Outfits posieren mit den Damen für die Kameras. Neben der gesellschaftlich fest an der Spitze etablierten Klientel, die eine einzige Wiederholung desselben Motivs darstellt, gibt es andere Gruppierungen. Die Künstler oder Künstlerischen, die den teuren Dress Code bewusst durchbrechen, um auf sich in ihrer Eigenschaft als Kreative aufmerksam zu machen. Ein Paar fällt auf, beide ziemlich klein und dunkel gekleidet. Die Kleider wirken nicht ganz sauber und die schwarze Schminke im Gesicht der Frau merkwürdig deplaziert. Sie am Gare Central in der entsetzlichen Passage zwischen Metro und Schalterhalle anzutreffen, würde nicht weiter verwundern. Vielleicht noch mit einem großen räudigen Schäferhund an ihrer Seite. Das junge Mädchen links davon hat einen Kompromiss vorgezogen. Über dem künstlerischen schwarzen Grundton ihrer Garderobe trägt sie einen knalltürkisen Mantel. Sie wirkt sehr frisch und hygienisch, im Gegensatz zu den angealterten Künstlertypen in Lederkluft und den morschen Pelzmänteln. Marilyn Monroe lächelt von den Ausstellungswänden, als hätte sie heute Abend noch etwas vor. So viel geballte Polaroid-Präsenz lässt den Raum klein wirken. Auch deshalb, weil der Blick der Fotografierten halb ins Leere geht. Es sind keine realen Gestalten, viele von ihnen bereits tot, in einer Art sekundären Anwesenheit versammelt. Und doch ist da ihr Blick, der auf den Betrachter als nunmehr legitimes Gegenüber zugeht. Kunstwerke, insbesondere Fotografien, lassen immer diese Leerstelle, in die sich der Betrachter einfügen kann, gerade so als sei er der Schaffende. Marilyn lächelt stereotyp. Nebenan hört eine brünette Besucherin mit tadelloser Hochsteckfrisur und Figur den Ausführungen ihres ansehnlichen Begleiters zu, der offenbar viel über Marilyn Monroe zu sagen hat. Eine intellektuelle Hausfrau schaut neidisch zu dem Dreieck der Perfektion, bestehend aus dem jungen Paar und Marilyn, hinüber. Immerhin passt sie noch in Größe 38. Und das in ihrem Alter. Ein untersetzter Herr mittleren Alters flüstert ihr etwas ins Ohr. Wahrscheinlich braucht er für morgen frisch gebügelte Hemden. Zur Besänftigung kauft der Ehemann seiner Gattin einen Brillantring aus der Vitrine des Sponsors. Sie schaut den Brillantring an und findet, dass Fotos angucken doch eigentlich ein ganz netter Zeitvertreib ist. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Begriff VERNISSAGE stammt aus dem Französischen und leitet sich von „Verni“, „Firnis“ ab. Der Zeitpunkt des Firnissens war für die Künstler meist Anlass zu einem kleinen Fest, war doch damit die Arbeit an einem Werk beendet. Die Doppeldeutigkeit des Begriffs offenbart sich im Kreise der herausgeputzten Persönlichkeiten auf eklatante Weise. Die Szenerie bewegt sich an der Grenze zur Überzeichnung, zur Karikatur  hält aber meistens doch noch erschrocken inne, bevor sie sich ganz der Lächerlichkeit preisgibt. Eine überlackierte Normalität brüllt aus allen Ecken. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man reicht Wein. Weißen und roten. Dazwischen irgendwo liegt rosé. Das Hotel außen wird immer noch weiß angestrahlt sein. Eine Dame rammt mir ihre rote Designer-Handtasche in die Seite. Laute, schrille Töne  eindeutig  und leisere Zwischentöne  interpretationsoffen  überlagern einander. Alles ist ein ganz klein bisschen mehr als normal und weniger als außergewöhnlich. Als wir hinausgehen, hat der Nieselregen aufgehört und der Mond hat sich bereit erklärt, ganz unzweideutig und unentgeltlich für alle zu scheinen. Die Dame mit der roten Handtasche wird ans uns vorbeichauffiert. Auf dem Rücksitz neben ihr liegt ein soeben erstandenes Foto, den Mond zeigend. Fast könnte man ihn für echt halten, wenn da nicht der Rahmen wäre … Der kopierte und der echte Mond führen einen Blickwechsel. Und die Dame in Rot guckt aus den Augenwinkeln, ob ihr jemand nachsieht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-113500428422568988?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/113500428422568988/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=113500428422568988' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113500428422568988'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113500428422568988'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2005/12/vernissage.html' title='Vernissage'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-113265649720687364</id><published>2005-11-22T02:41:00.001-08:00</published><updated>2005-11-22T02:48:17.210-08:00</updated><title type='text'>KABARETT ou proposition pour une directive about European sense of humour</title><content type='html'>&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Das europäische Wir-Gefühl ist in aller Munde. Erst kürzlich sprach der renommierte Berliner Professor Winkler im Brüsseler Goethe Institut davon. Sprach vom Wir-Gefühl, vor einem weitgehend homogen deutschstämmigen Publikum, das seine Pointen mit Schmunzeln und bisweilen offenem Gelächter zur Kenntnis nahm. Ja, in der eigenen Sprache lacht es sich einfach am besten. Wir können schöne Communiqués über Dienstleistungsrichtlinie und REACH auf English oder Französisch schreiben, aber Amüsement des Geistes ist noch eine Sache für sich. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In Frankreich hatte ich immer Ärger mit dem deutschen Humor: Man verstand ihn nicht. Ich verstand den französischen Witz zwar vokabular, aber nicht elementar und musste mich mit dem Lachen immer an den anderen Kinogängern orientieren (So wie in der Kirche zu Weihnachten, wo man, bevor man beim Vater Unser durcheinander kommt, lieber nochmal bei der Großtante nebenan abhört). Ich fühlte mich deswegen nicht unwohl unter Franzosen, nur einfach nicht 100%ig zugehörig. Ich unterwarf mich dem schwierigen Prozess, den Humor des Nachbarn durch intensives Medienstudium und Etudes en plein air zu erlernen. Heute, so würde ich sagen, kann ich mich bei einer französischen Komödie im Kino durchaus gut unterhalten und mich sogar zu einigen Lachern hinreißen lassen. Leider will mich keiner meiner deutschen Bekannten begleiten. Beim Humor mischt man sich ungern. Am ehesten noch mit den Anglophonen, die sowieso schon mit einen Anspruch auf Universalität in unseren Köpfen verankert sind. Aber mit Franzosen, diesen sektiererischen Nachtrauerern der Grande Nation? Dem Englischen fühlen wir uns schließlich auch nicht wegen der Engländer, sondern wegen der weltweiten Präsenz des Englischen generell verbunden. Weltsprache mit Anspruch auf Vermittlung von Universalhumor? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist dies wohl meistens eher ein Minimalhumor. Es sei denn, wir kennen die Sprache und die Kultur des anderen sehr dezidiert. Kann es überhaupt einen europäischen Humor geben, der Franzosen und Deutsche zu einem unisono Lacher hinreißt. Und womöglich auch Briten oder solche Exoten wie Letten oder Slowenen. Ganz zu schweigen von den Finnen. Bislang hat Europa auf ganzer Linie noch wenig gemeinsamen Humor bewiesen. Man sagt, es war nicht die Zeit dazu. Aber, so gesehen, ist nie die Zeit für Humor. &lt;br /&gt;Bis jetzt zwinkern doch EU-Beamte lediglich dann, wenn ihnen etwas ins Auge gekommen ist oder die Kontaktlinse einen Riss hat. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Neulich traf ich auf einer Veranstaltung den Botschafter von Brasilien. Meine Güte, sagte er sinngemäß, ich verstehe nicht, warum in Brüssel (Europa) jeder so grämlich, nörgelnd und unzufrieden durch die Gegend läuft. Wo doch allen Ernstes so viel Grund da ist, sich NICHT zu grämen, NICHT zu nörgeln und ZUFRIEDEN zu sein. Die Menschen in Brüssel sind so wenig fröhlich, dass man meinen könnte, es sei ihr Los, im Slum zu leben. Worum kreisen ihre Gedanken am Abend? Nicht darum, wie sie das Leben genießen können, sondern wie sie am schnellsten in den Fitnessclub kommen. Und dort, glauben Sie mir, lacht man genauso wenig wie in der Plenarsitzung vom Vormittag. &lt;br /&gt;Eine europäische Verordnung für Humor hat er denn doch nicht vorgeschlagen, der brasilianische Botschafter. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass er’s, wäre er weniger taktvoll und weniger Diplomat gewesen, gerne getan hätte. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die einigende Komponente europäischen Humors ist bislang über all der gemeinsamen Verteidigungspolitik, dem Euro und der Verfassung übersehen worden. Sie ist auch nicht weiter wichtig, meinen Sie? Kann sein, dass es sich auf den ersten Blick um ein sekundäres Randphänomen handelt. Aber eines, das auf jeden fall Wir-Gefühl-konstituierend ist. Es fragt sich, ob der Common sense of humour sich einfach so, im Laufe der Zeit, ganz unbemerkt zum europäischen Projekt gesellen wird. Schließlich leben wir schon, wenn man Prof. Winkler und anderen glauben darf, in der EU in einer Wertegemeinschaft. Wir werten aus, bewerten, legen Wert auf … aber das alles vom nationalen Blickwinkel, bitte schön! WIR, das sind immer noch Deutsche, Franzosen, Italiener, Spanier, Engländer … Wir lachen vielleicht nicht unbedingt ÜBEREINANDER, aber auch nicht MITEINANDER. Ganz einfach deshalb, weil wir uns verbal nicht immer verstehen. Kann ein gemeinsamer Sinn für Humor zwischen zwei Menschen zutage treten, die sich radebrechend auf einer dritten Sprach, wahrscheinlich Englisch, durchs Gespräch hangeln?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und doch muss es irgendwie gehen. Und sei es, dass künftig Kabarett mehrsprachig stattfinden muss  in Anlehnung an die Sitzungen in den EU Institutionen. Vielleicht wird Kabarett-Dolmetscher irgendwann sogar eine anerkannte Disziplin mit separatem Diplom, damit Franzosen, Briten, Esten, Ungarn, Deutsche und Finnen endlich gemeinsam lachen können!?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-113265649720687364?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/113265649720687364/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=113265649720687364' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113265649720687364'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113265649720687364'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2005/11/kabarett-ou-proposition-pour-une.html' title='KABARETT ou proposition pour une directive about European sense of humour'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-113265607373561191</id><published>2005-11-22T02:41:00.000-08:00</published><updated>2005-11-22T02:41:13.756-08:00</updated><title type='text'>European Scene</title><content type='html'>&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-113265607373561191?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/113265607373561191/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=113265607373561191' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113265607373561191'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113265607373561191'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2005/11/european-scene.html' title='European Scene'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-113183516371409940</id><published>2005-11-12T14:37:00.000-08:00</published><updated>2005-11-13T11:41:50.990-08:00</updated><title type='text'>Plädoyer für europäische Feier-/Gedenktage</title><content type='html'>11. November 2005&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute ist der 11. November. 2005, aber das tut nichts zur Sache. Wichtig ist das Datum ohne genaue Jahreszahl. Es könnte auch 2004 oder 2007 sein. In der Deutschen Botschaft in Brüssel wird gearbeitet, derweil Belgier daheim geblieben und Franzosen schon längst ins lange Wochenende ins Hexagone abgereist sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Seitenstraße neben der Botschaft gehen die Bauarbeiten an der Tram mit besonderem Enthusiasmus und Lärm ihren Gang. Irgendwie enervierend. So als wolle man zeigen, dass wir hart an Europa arbeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch irgendetwas stimmt nicht mit dem Datum bzw. mit der Art und Weise, wie wir es feiern. So ganz und gar zersplittert, man erinnert sich GEGENSEITIG, nicht MITEINANDER und manchmal halt auch überhaupt nicht. Sicher, das Ende des 1. Weltkrieges ist nun schon eine Weile her. Doch gerade darauf sollten wir stolz sein. Dass wir es geschafft haben, trotz zweier furchtbarer, unbeschreibbar grausamer und sinnloser Weltkriege Freunde und Partner auf Lebenszeit zu werden. Und zwar ohne Ausnahme. Mit gleichen Rechten und Pflichten für alle. Das ist eine wunderbare Entwicklung, zu der die Art und Weise des Gedenkens am 11. November, so wie sie 2005 noch praktiziert wird, so gar nicht passt. Hier feiern immer noch „Sieger", während „Besiegte" schweigen. Dabei wäre, bei allem was uns (heutzutage) eint, eine gemeinsame Gedenkveranstaltung weitaus sinnvoller. Gleich dem Europatag am 09. Mai. Was nützt uns letztendlich der Euro und der freie Waren-, Personen- und Dienstleistungsverkehr, wenn wir (unbewusst) in unseren Post-Kriegs-Mentalitäten verharren und alte Traditionsmuster aus Gewohnheit einfach fortsetzen? Wir haben, ganz entschieden, das Europäische noch zu wenig im Auge. Sicher, wir feiern alle Weihnachten (mehr oder weniger alle, wenn man die proportional durch Immigration veränderte Sitten- und Gebräuche-Landschaft außer Acht lässt) – aber ist das genug? Europa braucht mehr gemeinsame Feiertage, die sich auf es selbst und seine Entstehungsgeschichte beziehen. So – und nur so – kann europäische Identität letztendlich wachsen und gedeihen. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin nicht für die gänzliche Abschaffung von Weihnachten und anderer christlich geprägter Feiertage. Ich bin damit aufgewachsen und mir würde es, zugegeben, einen Stich versetzen, wenn man sie auf einmal hinwegrationalisierte. Ob dies, nach dem Vorbild des in Frankreich gelebten Laizismus mit Kopftuchverbot und allem Drum und Dran irgendwann einmal der Fall sein wird? Das sind Probleme, denen ich mich heute lieber noch nicht stellen möchte. Ein heute immer noch stark von christlichen Werten geprägtes Europa ist eine Sache, ein Europa als Nachkriegskonstruktion und Gemeinschaft der Bürger eine andere. Dieses politische, wirtschaftliche und bürgerliche Europa braucht Gemeinsamkeiten, die für alle erfahrbar sind. Feiertage auf europäischer Ebene wären dies. Es wäre doch schön, wenn wir sagen könnten: WIR in Europa gedenken am 11. November der Opfer des 1. Weltkrieges anstatt: Wir in Frankreich, in Großbritannien, in Belgien gedenken des Endes des 1. Weltkrieges und unserer Opfer. Es wird allenthalben auf unsere gemeinsame Geschichte verwiesen. Deutschland und Frankreich sind sogar so weit gegangen, ein gemeinsames Geschichtsbuch für den Schulunterricht zu konzipieren. Gut und schön. Aber wo bleibt die eine Stimme, mit der Europa sich – trotz aller Diversität – in der Welt zu sprechen entschieden hat? Es ist, als wollten wir sie manchmal noch nicht hören.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor meinem Fenster in der Botschaft schwingen belgische Arbeiter die Presslufthammer. Es klingt noch ein bisschen durcheinander. Aber sie haben, soweit ich es beurteilen kann, gutes Potenzial. Chancen auf ein unisono vorgetragenes Konzert bestehen also noch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ach ja, fast hätte ich’s vergessen: Heute ist ja auch Sankt Martin. In vielen Ländern Europas gehen Kinder mit Laternen durch die Straßen. Ein friedliches, schönes Bild. Vielleicht ist das gemeinsame europäische Gedenken doch bereits schon mitten unter uns?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-113183516371409940?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/113183516371409940/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=113183516371409940' title='1 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113183516371409940'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113183516371409940'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2005/11/pldoyer-fr-europische-feier-gedenktage.html' title='Plädoyer für europäische Feier-/Gedenktage'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-113183502593644468</id><published>2005-11-12T14:27:00.000-08:00</published><updated>2005-11-22T02:55:55.620-08:00</updated><title type='text'>Plaidoyer pour des journées commémoratives européennes</title><content type='html'>11. Novembre 2005&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight:bold;"&gt;Aujourd’hui, nous écrivons le 11 novembre 2005, mais l’année n’a pas tellement d’importance. Ce qui compte est la date, le 11 novembre. L’année pourrait être également 2004 ou bien 2007. Jour ouvrable normal à l’Ambassade d’Allemagne à Bruxelles. Jour férié pour les employés belges. Les Français, eux, sont déjà partis hier soir rejoindre leurs proches dans l’Hexagone pour un week-end prolongé.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dans la rue latérale à côté de l’Ambassade les travaux sur les rails du tram battent leur plein, accompagnés d’un enthousiasme et d’un bruit sans pareil. Énervant en quelque sorte. Comme si l’on voulait démontrer qu’on travaille dur à la construction de l’Europe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Et pourtant, il y a quelque chose qui ne tourne pas rond avec cette date ou bien avec la manière dont nous la célébrons. Une manière de commémoration dispersée ; on se rappelle mutuellement les événements, sans les commémorer véritablement ensemble  et parfois on se tait simplement. Il est vrai que la fin de la première guerre mondiale remonte déjà à si loin. Mais c’est surtout ce fait dont nous devrions être fiers. Le fait que nous ayons réussi  malgré deux guerres mondiales horribles, infiniment cruelles et sans sens  à devenir des amis et des partenaires à vie. Tous sans exception. Avec des droits et des devoirs égaux pour tout le monde. Cette évolution merveilleuse et miraculeuse ne va pas de pair avec la manière dont nous commémorons, en 2005, les victimes du 11 novembre. Paradoxalement, on a toujours vu les « vainqueurs » célébrer et les « vaincus » se taire. Et pourtant, si l’on tient compte de tout ce qui nous réunit (aujourd’hui), institutionnaliser une journée commémorative commune aurait d’autant plus de sens. Tout comme la Journée de l’Europe le 09 mai. A quoi bon l’Euro et la libre circulation des biens, des personnes et des services si nous conservons nos mentalités d’après-guerre et perpétuons des anciennes traditions par pure habitude ? L’âme européenne nous échappe toujours un peu. Bien sûr, nous célébrons tous Noël (plus ou moins, si l’on ne tient pas compte du déplacement proportionnel des coutumes et des mœurs, sous l’influence de l’immigration), mais cela est-il suffisant ? L’Europe a besoin de jours de commémoration/ fériés communs qui la renvoient à elle-même et à sa genèse. En fin de compte, c’est la seule possibilité de faire prospérer une identité européenne. Ne me comprenez pas mal, je ne milite pas pour l’abolition toute entière de Noël et d’autres jours fériés d’origine chrétienne. Ces jours fériés ont accompagné ma jeunesse et ma vie d’adulte jusque là et je serais fort perturbée si on les supprimait d’un jour à l’autre. Peut-être cela se réalisera-t-il un jour, sous la pression du modèle laïque à la française, interdiction du voile etc. inclus ? Ce sont des problèmes auxquels je préfère ne pas faire face aujourd’hui. Une Europe toujours très empreinte de valeurs chrétiennes est une chose, une Europe en tant que construction d’après-guerre et communauté de citoyens en est autre. Cette Europe politique, économique et des citoyens a besoin de points communs qui sont viables pour tous. Des jours fériés/commémoratifs à un niveau européen rempliraient ce critère. Ce serait beau si nous pouvions dire: NOUS en Europe commémorons le 11 novembre les victimes de la 1ère guerre mondiale, au lieu de : Nous en France, en Grande-Bretagne, en Belgique commémorons la fin de la 1ère guerre mondiale de NOS victimes. Partout, on porte l’attention sur notre histoire commune. L’Allemagne et la France ont même créé un livre d’histoire commun pour leurs écoles. C’est bien joli, mais … où est la voix unique avec laquelle l’Europe, malgré toute sa diversité, s’est décidée à parler dans le monde ? Il paraît que nous ne voulons parfois pas l’entendre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Devant ma fenêtre à l’Ambassade les ouvriers belges agitent leurs marteau-piqueurs. Leurs sons ne sont pas encore en parfaite harmonie, impression d’un « pêle-mêle » dirigé par l’hasard. Mais, selon ce qu’on peut juger, leur potentiel est remarquable. On peut donc toujours s’attendre à entendre un concert à l’unisson un jour.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ah oui, je l’avais presque oublié : Aujourd’hui on célèbre aussi la Saint Martin. Dans beaucoup de pays européens, des enfants parcourent les rues avec des lanternes. Une belle image paisible. Peut-être la commémoration paneuropéenne est-elle déjà enracinée parmi nous en quelque sorte?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-113183502593644468?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/113183502593644468/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=113183502593644468' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113183502593644468'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113183502593644468'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2005/11/plaidoyer-pour-des-journes.html' title='Plaidoyer pour des journées commémoratives européennes'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-113164015872422977</id><published>2005-11-10T08:27:00.000-08:00</published><updated>2005-11-10T08:29:18.726-08:00</updated><title type='text'>Chat mit Josep Borrell, Präsident des Europäischen Parlaments</title><content type='html'>Seite an Seite mit Josep Borrell, Astrid Silvia Grunert, 20.10.2005&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;Den Präsidenten des Europäischen Parlaments trifft man nicht alle Tage. Ein Team von 4 jungen Europäerinnen aus Deutschland, Frankreich und Belgien hat mit dem grauhaarigen, distinguiert aussehenden Spanier live „gechattet“. Als Übersetzerinnen/ Dolmetscherinnen bei einem vom deutsch-französischen bilingualen Fernsehsender ARTE organisierten Chat haben wir unser bestes getan, um die Ideen und Argumente des Präsidenten zu so verschiedenartigen Themen wie europäischer Verfassung, künftigen Erweiterungen und Bürgernähe vorzustellen. Das Ergebnis ist unter www.arte-tv.com/europe abrufbar. Danke, Herr Borrell. Encantada de conocerle en persona. &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er wird doch hoffentlich nicht zu spät kommen. Die leere Weißheit des Konferenzraums 07 B042 des Europäischen Parlaments brennt uns in den Augen. Auf dem langen großen Tisch zeugen lediglich zwei Computer, ein Laptop und eine Webcam von dem unmittelbar bevorstehenden Chat. Ich blättere noch einmal mein Wörterbuch und die „250 Fragen über Europa“ durch. Wie soll man „gouvernance économique » bloß ins Deutsche übersetzen ? «Ordnungspolitik », what the hell is « Ordnungspolitik » ? Der Verantwortliche von ARTE gibt uns letzte Anweisungen. 5 Minuten vor offiziellem Chat-Beginn  die Tür von 07 B042 öffnet sich plötzlich. Herein kommt Josep Borrell Fontelles, graue Haare, sichtlich in Eile, eine Zeitung und einen Stapel Akten unter dem Arm, im Schlepptau seinen Pressesprecher, einen redegewandten Franzosen, dessen Blick nicht das geringste Detail zu entgehen scheint. Ich erkenne den Präsidenten sofort, nach all den Fotos, die in den Medien zirkulieren. Er schüttelt uns die Hand. „Sehr erfreut“. Ich muss plötzlich daran denken, dass sein Auftritt nichts sehr Markantes an sich hat und dass ich ihn vielleicht in irgendeiner Brüsseler Straße gar nicht bemerkt hätte  ohne die Europafahne, die eine emsige Mitarbeiterin hinter seinem Rücken zurechtrückt. Für die Webcam. Der Präsident kümmert sich nicht darum und vertieft sich in Le Monde. Man ahnt, dass diese kleinen Dinge zu seiner täglichen Routine gehören. Noch einmal tief durchatmen  dann geht’s los. „Monsieur Borrell, sind Sie bereit?“ « Ja, ich bin bereit. » Die erste Frage erscheint auf dem Bildschirm. „Wo stehen wir seit Mai mit dem Verfassungsprojekt?“ Ich hatte so etwas erwartet. Schließlich ist Borrell als Vertreter des spanischen Parlaments während 17 langer Monate Mitglied des Konvents über die Zukunft Europas gewesen. Heute, als Präsident des Europäischen Parlaments, liegt ihm die Verfassung natürlich mehr denn je am Herzen. Seine Stimme verrät leichte Resignation, als er sagt: „En fait, on est dans une impasse …“. Ich dolmetsche mit gedämpfter Stimme. Meine deutsche Kollegin zur Rechten tippt « Sackgasse » in den PC : Zu meiner Linken greift Josep Borrell wieder zu Le Monde. Mir kommt das Wort „Denkpause“ „Phase de réflexion“ in den Sinn. Aber wir pausieren nicht lange. Meine französische Kollegin unterbricht nach einer kurzen Weile: Herr Präsident, hier kommt die nächste Frage. Der Presseattaché reckt den Kopf. Eine Zukunft für das europäische Projekt ohne Verfassung? Borrell und der Pressesprecher wiegen den Kopf. Die europäischen Bürger werden letztendlich entscheiden, ob sie ein politisches und international handlungsfähiges Europa wollen  bis jetzt ist dies weitgehend der Fall. Die künftigen Erweiterungen werden natürlich auch Auswirkungen darauf haben, wie sehr Europa vertieft werden kann. Für Rumänien und Bulgarien sind die Würfel gefallen. Für die Türkei, seit dem Europäischen Rat von 1999 offizielle Beitrittskandidatin, hätte sich der Präsident im Vorfeld eine intensivere Diskussion in den Mitgliedstaaten gewünscht. Wir verlassen dieses schlüpfrige Terrain und steuern ruhigere Wasser an. Stichwort Bürgernähe. Jein … Sorgenvoll weist der Präsident auf die Ergebnisse der französischen und niederländischen Referenda hin. Dann jedoch gewinnt sein Optimismus wieder die Oberhand und er unterstreicht, dass die momentane Debatte über die Verfassung neben allem Referendums-Trouble doch die Chance biete, die europäische Debatte schließlich in die Nationalstaaten hineinzutragen. Die Medien, auch die neu gestaltete Website des Parlaments, werden ihren Teil dazu beitragen. Die Parlamentswebsite präsentiere einem größtmöglichen Publikum Informationen über Europa. Dass diese Informationen für den Mann auf der Straße auf den ersten Blick nicht immer sehr interessant sein mögen, sei eine Sache. Es gehe darum, deutlich zu machen, welche Auswirkungen z.B. die Dienstleistungsrichtlinie oder die Arbeitszeitregelung auf den Alltag der Bürger haben können. Der Präsident lehnt sich zurück. Die Zeit ist beinahe um. Wir starren auf den Bildschirm, auf dem eine letzte Frage erscheint. Die positivste Überraschung während seiner bisherigen Amtszeit? Ein kleines Lächeln umspiel seine Mundwinkel, er wechselt einen Blick mit seinem Pressesprecher und führt nach einer winzigen Pause die Ausübung der Befugnisse des Parlaments bei der Einsetzung der neuen Kommission ins Feld. Das Parlament habe überzeugend und demokratisch gehandelt und sich vom Stigma der „Ja-Sager-Institution“ befreit. Er erhebt sich. Die Fahne hinter seinem Rücken bewegt sich leise im Luftzug. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass er vielleicht nicht ganz das gesagt hat, was ihm auf der Zunge lag. Einen Moment später schließt sich die Tür von 07 B042. Ende des Gesprächs.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-113164015872422977?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/113164015872422977/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=113164015872422977' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113164015872422977'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113164015872422977'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2005/11/chat-mit-josep-borrell-prsident-des.html' title='Chat mit Josep Borrell, Präsident des Europäischen Parlaments'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-113163989337385808</id><published>2005-11-10T08:21:00.000-08:00</published><updated>2005-11-10T08:24:53.390-08:00</updated><title type='text'>Chat avec Josep Borrell, Président du Parlement Européen</title><content type='html'>A côté de Josep Borrell (version française) Astrid Silvia Grunert, 20.10.2005&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-weight: bold;"&gt;On ne rencontre pas le Président du Parlement européen tous les jours. Une équipe de 4 jeunes européennes venues d’Allemagne, de France et de Belgique a pu « chatter » avec l’espagnol aux cheveux gris, à l’air distingué, en personne. En tant que traductrices/ interprètes d’un chat organisé pour la chaîne bilingue franco-allemande ARTE, nous avions fait de notre mieux pour présenter les idées et arguments du Président sur des sujets aussi variés que la Constitution européenne, les prochains élargissements et le rapprochement avec le citoyen. Le résultat peut être consulté sur www.arte-tv.com/europe. Merci, Monsieur Borrell. Encantada de conocerle en persona&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Il n’arrivera pourtant pas en retard. Espérons. La blancheur vide de la salle de conférence 07 B042 du Parlement européen nous heurte les yeux. Sur la grande table longue, deux ordinateurs, un ordinateur portable et encore une webcam sont les seuls indices du chat imminent. Je feuillette encore mon dictionnaire et les « 250 questions sur l’Europe ». Comment traduire « gouvernance économique » en allemand ? «Ordnungspolitik », what the hell is « Ordnungspolitik » ? Le responsable du projet d’ARTE nous donne des dernières instructions. 5 minutes avant le début officiel du chat  la porte de 07 B042 s’ouvre brusquement. Josep Borrell Fontelles, cheveux gris, l’air pressé, un journal et un tas de dossiers sous le bras, entre accompagné de son conseiller presse, un Français très éloquent à qui n’échappe pas le moindre détail. Je reconnais le Président tout de suite, d’après toutes les photos de lui qui circulent dans les médias. Il nous serre la main. « Enchanté ». Je me rends compte que son apparition n’a rien de spécial, que je ne l’aurais peut-être même pas reconnu tout de suite dans une rue quelconque de Bruxelles, sans le drapeau Européen qu’une employée assidue remet en place derrière son dos. Pour la webcam. Monsieur le Président, penché sur la une du Monde, n’y fait même pas attention et on devine que ces petits gestes font la routine de son travail. Encore une fois respirer à fond  puis, le chat démarre. « Monsieur Borrell, êtes-vous prêt ? » « Oui, je suis prêt ! » La première question s’affiche sur l’écran : « Où en est-on du processus de Constitution depuis le mois de mai ? » Je m’attendais à cela. Après tout, Borrell, jadis en tant que représentant du parlement espagnol, a été membre de la Convention qui a discuté au cours de 17 longs mois sur l’avenir de l’Europe. Président du Parlement européen aujourd’hui, la Constitution européenne lui tient à cœur plus que jamais. Sa voix est légèrement trempée de résignation lorsqu’il dit : « En fait, on est dans une impasse … ». Je traduis à voix basse. Ma collègue allemande à ma droite tape « Sackgasse ». A ma gauche, Josep Borrell reprend Le Monde. Le mot « Denkpause » « Phase de réflexion » me vient à l’esprit. Mais elle ne dure pas. Ma collègue française interrompt au bout d’un bref moment : Monsieur le Président, voici une autre question. Le conseiller se penche en avant. Un avenir pour le projet européen sans Constitution ? Borrell et le conseiller hésitent. Les citoyens décideront à la fin s’ils veulent une Europe politique qui joue un rôle international  jusque là, c’est majoritairement le cas. Les élargissements futurs auront également un impact sur l’acceptation de l’approfondissement du projet européen. Quant à la Roumanie et la Bulgarie, les dés sont jetés. Quant à la Turquie, officiellement candidate à l’adhésion depuis le Conseil européen en 1999, le Président regrette qu’il n’y ait pas eu plus de débats nationaux au préalable. Nous quittons ce terrain glissant et nous dirigeons vers des eaux plus calmes. L’Europe est-elle suffisamment à l’écoute des citoyens ? Oui et non. Le Président, soucieux, cite les résultats des référendums français et néerlandais. Puis, il reprend son optimisme soulignant que le débat sur la Constitution européenne  au-delà de tous les échecs référendaires  marque surtout une chance pour, enfin, « nationaliser le débat européen ». Les médias, y compris le site relooké du PE, y assumeront leur part. Le site du PE parvient à présenter des informations sur l’Europe à un public le plus diversifié  des informations peut-être pas toujours très intéressantes pour l’homme de la rue à première vue, mais ayant de l’impact sur sa vie quotidienne (comme la libéralisation des services, le temps de travail, la sécurité aérienne …). Le Président se penche en arrière. Le temps s’est presque écoulé. Nous fixons l’écran sur lequel s’affiche une dernière question portant sur la surprise positive la plus marquante au cours du mandat du Président. Un petit sourire apparaît sur ses lèvres, il échange des regards avec son conseiller et évoque, après une pause, le fait que le PE ait exercé son pouvoir lors de l’investiture de la Commission et a démontré, ainsi, qu’il était capable d’assumer toutes ses responsabilités démocratiques d’une manière correcte et convaincante. Il a, enfin, réussi à se débarrasser du stigmate d’une institution qui dit toujours oui. Il se lève. Le drapeau derrière son dos bouge légèrement dans un courant d’air. Et j’ai, d’une certaine manière, l’impression qu’il n’a pas dit ce qu’il avait sur le bout de la langue. Un moment plus tard, la porte se referme. Fin de l’entretien.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-113163989337385808?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/113163989337385808/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=113163989337385808' title='2 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113163989337385808'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/113163989337385808'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2005/11/chat-avec-josep-borrell-prsident-du.html' title='Chat avec Josep Borrell, Président du Parlement Européen'/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-17917482.post-112947303122225878</id><published>2005-10-16T05:58:00.000-07:00</published><updated>2005-10-16T07:32:45.786-07:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://photos1.blogger.com/blogger/4568/1739/1600/astrid-image1.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer;" src="http://photos1.blogger.com/blogger/4568/1739/400/astrid-image.jpg" alt="" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/17917482-112947303122225878?l=european-scene.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://european-scene.blogspot.com/feeds/112947303122225878/comments/default' title='Post Comments'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=17917482&amp;postID=112947303122225878' title='0 Comments'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/112947303122225878'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/17917482/posts/default/112947303122225878'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://european-scene.blogspot.com/2005/10/blog-post.html' title=''/><author><name>Astrid Silvia Grunert</name><uri>http://www.blogger.com/profile/02508701810631648818</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
